Oktober 7, 2011

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Kleine Geschichte der Fremdwörter

Wie in allen Kultursprachen, so gibt es auch in der deutschen Sprache eine große Zahl von Wörtern aus anderen, das heißt aus fremden Sprachen. Sie werden üblicherweise Fremdwörter genannt. Was ist überhaupt ein Fremdwort? Woran erkennt man es?

Es gibt zwar keine eindeutigen und zuverlässigen Kriterien, dafür existieren aber bestimmte Kriterien (Zusammensetzung des Wortes, Lautung, Schriftbild und Ungeläufigkeit), die übrigens oft ein Wort als nicht muttersprachlich erkennen lassen.

Außerdem werden die üblicherweise endungsbetonten fremdsprachlichen Wörter oftmals auch auf der ersten Silbe betont, wenn sie im Affekt gesprochen werden oder wenn sie besonders hervorgehoben oder auch in Gegensatz zu anderen gestellt werden sollen, zum Beispiel demonstrativ.

Allerdings ist dabei die Stellung im Satz nicht unwichtig. Prädikativ gebrauchte Adjektive werden seltener auf der ersten Silbe betont. Die in die Dialekte und Stadtmundarten einbezogenen Fremdwörter des Alltags zeigen die eindeutschende Betonung oft besonders deutlich.

Das Phänomen Fremdwort ist aber nicht nur als Terminus schwer abgrenzbar. Es ist auch grundsätzlich zu einem umstrittenen Thema geworden: Wörter aus fremden Sprachen sind schon immer, nicht erst in jüngerer Vergangenheit und in der Gegenwart, in die deutschen Sprache aufgenommen worden. Im Laufe der Jahrhunderte sind sie ihr jedoch meist in solch einem Maße angeglichen worden, dass man ihnen die fremde Herkunft gar nicht mehr ansieht.

Der Kontakt mit anderen Völkern und der damit verbundene Austausch von Kenntnissen und Erfahrungen hat im Mittelalter genauso wie heute in der Sprachen seinen Niederschlag gefunden, ohne dass jedoch im Mittelalter aus der Aufnahme solcher Wörter eine irgendwie geartete Problematik erwuchs.

Viele Bezeichnungen und Begriffe kamen damals – vor allem auch in Verbindung mit Rittertum – aus dem Französischen ins Deutsche. Dem Fremdwort – dieses Wort wurde vermutlich von dem Philosophen und Puristen K. C. F. Krause geprägt und durch Jean Paul im Hesperus verbreitet – widmete man ab dem 17. Jh. besondere Aufmerksamkeit.

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