November 14, 2012

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„Denglisch“ auf dem Vormarsch: Anglizismen als Synonyme

Anglizismen haben die deutsche Sprache überschwemmt und das nicht nur erst seit dem letzten Jahrhundert. Häufig wird das Benutzen dieser Anglizismen nicht einmal mehr bemerkt. Schließlich tragt die Mehrheit heute Jeans, verbringt Zeit mit seinem Partner oder macht Sport. Diese Anglizismen sind so selbstverständlich geworden, dass ihre fremde Herkunft nicht mehr reflektiert wird.

Eingedeutschte Wörter

Bei Anglizismen handelt es sich um englische Wörter, die ins Deutsche übertragen worden sind. Anders ausgedrückt sind es englische Wörter, die eingedeutscht sind. Nicht jedem gefällt die Nutzung von Anglizismen, weil sie nicht selten einfache Zusammenhänge komplizierter erscheinen lassen und ein deutsches Synonym für den gleichen Sachverhalt bereits besteht.

Vom Meeting zum Burn-out

So hat ein Freund gerade mit seinem Smartphone bei Facebook neue Freunde geadded. Nun hat er ein wichtiges Business Meeting. Bevor er dieses Business Meeting wahrnimmt, muss er noch im Internet surfen, um wichtige Infos zu dem Unternehmen herauszufinden. Es ist bereits sein 20. Meeting in drei Monaten, denn er sucht einen Sponsor für sein Football Team. Dieses möchte demnächst ein Match austragen, welches einem wohltätigen Zweck zugutekommt. Doch ohne Sponsoring kein Money und ohne Money keine Charity. Und wenn es diesmal wieder nichts mit dem Sponsoring wird, dann droht dem Freund das Burn-out. In diesem Absatz verstecken sich eine ganze Reihe von Anglizismen, die zum größten Teil ein deutsches Synonym besitzen. Schließlich könnte der Freund genauso gut das Geschäftstreffen wahrnehmen, um Geld für einen wohltätigen Zweck zu sammeln, auch wenn er sich völlig ausgebrannt fühlt.

Sprachlicher Verfall oder Notwendigkeit

Im Grunde sind Anglizismen wenig problematisch. Problematisch ist nur der werbende Zusammenhang, in dem sie verwendet werden. So wirkt es schnell peinlich, wenn Douglas mit „Come in and find out“ wirbt, denn schließlich ist der Laden kein Irrgarten, bei dem man den Ausgang finden soll. Heikel wird es auch, wenn künstlich Synonyme geschaffen werden, die zu Kommunikationsproblemen führen. Der Service Point der Deutschen Bahn rief besonders ältere Menschen auf den Plan, die wissen wollten, wo es zum Informationsschalter ging. Fraglich bleibt auch, ob der Facility Manager eine gehobenere Position wahrnimmt als der Hausmeister.

Anglizismen sind aber nicht zwangsweise mit einem Sprachverfall gleichzusetzen. Diese Diskussion führten schon die ersten Sprachpuristen im 17. Jahrhundert. In einer vernetzten und globalisierten Welt werden immer mehr Anglizismen in die deutsche Sprache gelangen und neben den deutschen Entsprechungen existieren. Wichtig bleibt es lediglich deren Hintergrund kennen und den eigenen Gebrauch zu reflektieren.

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