März 26, 2013

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Ost und West: Synonyme aus dem geteilten Deutschland

Katharina

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Sowohl in Ost- als auch in Westdeutschland gab es ganz eigene Begrifflichkeiten, die den Bewohnern des gegenteiligen Wohngebietes nicht bekannt waren. Prinzipiell ist es in Deutschland zwar üblich, dass regionale Mundarten und Begriffe für Dinge und Handlungen unterschiedlich sind und nicht von allen Menschen verstanden werden. Das verbale Gefälle zwischen Ost und West war in manchen Fällen besonders deutlich.

Von Feudeln und Feierabendheimen

Einer dieser Begriffe ist im Norddeutschen zum Beispiel der Feudel. Kaum jemand, der aus Ostdeutschland kommt, kennt dessen Bedeutung. Dass mit einem Feudel der Fußboden nass aufgewischt wird, war vollkommen unbekannt. Die Bedeutung „Lappen“ kennen hingegen alle Einwohner Deutschlands.

Wer im Osten ins Feierabendheim kam, der war in Rente und zog ins Seniorenheim ein. Unter einem Feierabendheim würden die Westdeutschen vermutlich eher eine Kneipe oder eine Veranstaltung nach Feierabend verstehen.

Synonyme aus Handel und Produktion

Ein Intershop ist den meisten Westdeutschen zwar unbekannt, bildete aber eine wichtige Anlaufstelle in der DDR. Die Ostdeutschen konnten hier zu teuren Preisen Waren aus dem Westen erwerben, die ihr Geld nicht immer wert waren. Ging mal etwas kaputt, konnten DDR-Bürger ihre Waren zur Komplexannahmestelle des VEB Dienstleistungskombinates bringen. In Westdeutschland macht dies der sogenannte Kundendienst.

Die „Rauhfutterverzehrende Großvieheinheit“ hingegen war eine einfache Kuh, in Westdeutschland einfach Rind oder Rindvieh genannt. Weitere verbale Diskrepanzen taten sich beim Thema Hygiene auf. In Ostdeutschland gab es viele Taschentücher aus Stoff. Jene, die heute meist schlicht als Tempo bezeichnet werden, nannten sich hingegen Zellstofftaschentuch.

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