August 9, 2013

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DDR-Symbole als Synonyme sozialistischer Tugenden

Katharina

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Der 13. August 2013 ist der 52. Jahrestag des Berliner Mauerbaus, der Deutschland in die Bundesrepublik Deutschland BRD und die Deutsche Demokratische Republik DDR aufteilte. Kürzlich gab es eine Debatte im Bundestag über ein Verbot der DDR-Symbole, sogar mit nationalsozialistischen Zeichen wurden sie verglichen. Die Forderung der ehemaligen Opfer von SED und Stasi wurde jedoch von Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger abgelehnt, da „die Unrechtstaten des SED-Regimes nicht mit den Gräueltaten des Nationalsozialismus gleichgesetzt werden können“. Ein Einlass, um sich mit den verschiedenen Symbolen aus der DDR und deren Bedeutung sowie Hintergründen auseinanderzusetzen.

Die Jungen Pioniere und die FDJ

Das Logo der „Jungen Pioniere“ ist die Abkürzung JP, die an eine Fackel erinnert, mit dem Schriftzug „Seid bereit“. Dieser bezieht sich auf deren Losung „Für Frieden und Völkerfreundschaft (später Sozialismus) – seid bereit“. Die Jungen Pioniere waren eine Organisation für Kinder bis zur 7. Klasse und fest in die Wesensbildung der Kinder durch die Schulen in der ehemaligen DDR integriert. Die „Jungen Pioniere“ bildeten die Vorstufe zum Eintritt in die FDJ. Ihre Gebote waren unter anderem ihre Eltern zu lieben und zu achten, den Frieden zu lieben, mit den Kindern aller Länder Freundschaft zu halten sowie fleißig zu lernen, zu arbeiten und überall mitzuhelfen.

Ab der 8. Klasse waren die Kinder Mitglied der „Freien Deutschen Jugend“, der FDJ. Deren Symbol waren die Buchstaben FDJ über einem an die Sonne erinnernden Symbol. Die Farbe der FDJ war Blau, welches auf der Fahne zu finden war und auch die Farbe der Hemden darstellte. Ihre Zielsetzung war ähnlich der der Jungpioniere so beispielsweise die Vermittlung der Ideale von Freiheit, Humanismus und Völkerfrieden, die Förderung von jugendlichem Zusammengehörigkeitsgefühl sowie der Wiederaufbau des Vaterlandes. Neben der ideologischen Zielsetzung hatte die Organisation aber außerdem zum Ziel, allen Jugendlichen, egal, welcher Herkunft, Vermögen oder Glauben, eine gute Bildung, Berufsausbildung und den Zugang zu Kultur und Erholung zu sichern. Positiv ist auch, dass sie viele Aktivitäten und Freizeitbetreuungen für Jugendliche organisierte, die pädagogischer, sportlicher oder sozialer Natur waren, wie beispielsweise Jugendclubs oder sogar Urlaubsreisen über die Agentur Jugendtourist.

SED-Symbol

In einem Oval befinden sich zwei gereichte Hände, außen herum ist der Schriftzug „Sozialistische Einheitspartei Deutschlands“ zu lesen, was die Bedeutung der Abkürzung SED ist. Es handelt sich um eine politische Partei, die aus der Zwangsvereinigung von SPD und KPD entstanden ist. Das Symbol der Partei ist während deren Gründung entstanden. Bei der Vereinigung von SPD und KPD gaben sich Wilhelm Pieck und Otto Grotewohl die Hand – diese symbolische Geste wurde im Emblem der Partei nachempfunden. Zu Beginn wurden keine weltanschaulichen Einschränkungen erhoben und somit stand die SED jedem offen, der den Nationalsozialismus ablehnte. Allerdings führten diese verschiedenen Strömungen der Massenpartei zu einer Reform, um die politische Macht zu stabilisieren.

Dies führte zur Aufgabe der weltanschaulichen Neutralität hin zur marxistisch-leninistischen Weltanschauung und der Bildung von Institutionen wie dem Ministerium für Staatssicherheit, der sogenannten Stasi, welche die Vormachtstellung der SED sicherte. Die SED regierte somit allein und war eng mit den drei Gewalten – der legislativen, exekutiven und judikativen – verbunden, was bedeutet, dass das politische System der DDR als Ein-Parteienherrschaft zu bezeichnen ist. Aus heutiger Sicht ist dies negativ zu bewerten, da es sich der Definition zufolge um eine Diktatur handelt.

Das Staatswappen mit Hammer, Ährenkranz und Zirkel

Das Wappen und die ehemalige Flagge der DDR zeigen einen Hammer mit einem Zirkel auf rotem Grund, umgeben von einem goldenen Ährenkranz. Der Hammer als wichtigstes Symbol stand für die Arbeiterklasse und der Ährenkranz für die Bauernklasse, schließlich verstand sich die DDR als Arbeiter-und-Bauern-Staat. Der Zirkel symbolisierte die soziale Schicht der Intelligenz beziehungsweise die Akademikerklasse. Im Zusammenspiel waren alle Schichten vereint.

Das Symbol der NVA

NVA ist die Abkürzung für Nationale Volksarmee, also die Armee der Deutschen Demokratischen Republik und ihr Symbol hatte Ähnlichkeit mit dem DDR-Wappen. Außen herum allerdings befand sich der Schriftzug „Für den Schutz der Arbeiter und Bauern Macht“ auf rotem Untergrund, darum noch ein weiterer Ährenkranz. Die Bedeutung geht im Prinzip aus dem Schriftzug hervor und sagt aus, dass es die Aufgabe der NVA war, die sozialistische Staatsform, die territoriale Integrität sowie die Führung der SED von außen und innen zu schützen. Nahezu jeder Mann wurde zwischen dem 18. und 26. Lebensjahr für 18 Monate Grundwehrdienst eingezogen. Ein ziviler Wehrersatzdienst war in der DDR nicht möglich. Wer seinen Wehrdienst jedoch ohne Waffe ableisten wollte, könnte dies in sogenannten Baueinheiten als Bausoldat tun.

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