Juli 15, 2015

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Synonyme und Denglisch im Büroalltag

Katharina

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Im Joballtag ist es nicht anders als in privaten Gruppen oder Hobbyvereinen, wenn es um die Sprache geht. Ein eigener Code zeigt nicht nur Wissen, sondern vor allem Zugehörigkeit an. Bestimmte Phrasen und Begriffe werden als Fachsprache benutzt und somit automatisch synonym für zahlreiche Begebenheit im Büroalltag verwendet.

Beliebte Phrasen und Formulierungen

Das sogenannte Denglisch nimmt eine zentrale Position in der modernen Geschäftssprache ein, ist jedoch nicht ausschließlich anzutreffen. Für manche Termini sind jedoch kaum deutsche Entsprechungen zu finden, das lässt die Grenzen zwischen notwendiger Fachsprache und gewollter Zugehörigkeitssprache verwischen. Wenn etwas „auf die short list gesetzt“ wird, dann meint der Sprecher, dass eine Sache in die engere Auswahl kommt. Wer noch nicht genau weiß, ob er freie Kapazitäten besitzt, sagt gern einmal zum Kollegen, er prüft, ob er „einen slot hat“. Natürlich ist Kundenkontakt per Telefon Alltag, so verkünden Mitarbeiter oft, dass sie gerade „einen call haben“.

Natürlich ist am Ende des Tages nie wirklich alles geschafft, es stehen also immer noch „einige To-dos an“. Um die zu schaffen mahnt der Chef gern an „proaktiv“ zu sein, das bedeutetet, der Angestellte sollte etwas mehr Initiative ergreifen. Und egal was passiert die „Prios“ haben Vorrang, also absolut dringend zu erledigende Aufgaben oder Projekte.

Im Büro vor Ort – Was der Chef so alles von mir will

Nicht nur die Tätigkeiten im Büro und Geschäftsprozesse werden sprachlich sehr kreativ umgesetzt, auch die ganz alltäglichen Büroangelegenheiten sind Bestandteil des mehr oder weniger geheimen Codes. So sollte vor Ort immer sichergestellt sein, dass die „Bordmittel“ ausreichen, gemeint sind die eigenen Mittel der Firma. Das letzte Wort hat außerdem immer der Chef: einer muss ja „den Hut aufhaben“.

Irgendwann gegen 12 Uhr steht dann das „Business-Lunch“ an, ein Geschäftsessen oder die gemeinsame Mahlzeit mit den Kollegen in der Kantine. Danach wird weiter telefoniert, kopiert, gestempelt und diskutiert. Sollte der Chef jedoch mit folgendem Satz in die Runde treten, ist Vorsicht geboten: „Die Arbeitsprozesse bei uns müssen dringend modernisiert werden.“ Das bedeutet in etwa, dass die Arbeitsweise viel zu langsam, ungenau oder teuer ist und klare Veränderungen schnellstmöglich erfolgen sollen.

Sollte es im Büro richtig schlecht laufen, wird früher oder später jemand feststellen, dass es „below the line“ läuft. Zur Not muss dann ein Neuanfang gemacht werden, das könnte zur Folge haben, dass einige Mitarbeiter einen „Workshop“ absolvieren müssen, also einen Lehrgang und danach ein neues „Briefing“ erhalten, also neu instruiert werden. Ob es dann besser läuft, kann nur mit einer „Evaluierung“ festgestellt werden, also einer natürlich absolut objektiven Bewertung z. B. der Arbeitsprozesse oder ob es sogar angebracht ist, sich „auf die Kernkompetenzen zu konzentrieren“, das bedeutet dann nämlich eine Verkleinerung der Mitarbeiteranzahl.

Die Vokabeln und Phrasen sind vielfältig und endlos, außerdem lässt sich beobachten, dass sie einem Wandel unterliegen und neue hinzukommen, während alte verschwinden oder neu formuliert und an eventuell neue Umstände angepasst werden. Auch die Branche prägt die Sprache, so sind besonders viele Begriffe im Finanzsektor zu finden, die in anderen Bereichen nur selten oder gar nicht gebraucht werden.

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