November 1, 2011

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Die Welt der Anglizismen

Bei einem Anglizismus handelt es sich um die Beeinflussung einer Ausgangssprache durch die englische Sprache. Seit Mitte der 1990er Jahre hat die Verwendung von Anglizismen stark zugenommen, sich teilweise gar verdoppelt.

Während diese Praxis beispielsweise im Wirtschaftswesen oder in der Industrie die Kommunikation zwischen Angehörigen verschiedener Sprachräume vereinfachen kann, haben Umfragen gezeigt, dass sich rund 40% der deutschen Befragten an der Etablierung von Anglizismen stören, in Frankreich stößt dies sogar auf wesentlich größeren Widerstand. Problematisch gestaltet sich zudem, dass zahlreiche Menschen Anglizismen nicht verstehen, da ihnen die notwendigen Englischkenntnisse fehlen.

Wortschatz

Anglizismen liegen in einem großen Teil der heute gesprochenen Sprache vor. Am stärksten ist die lexikalische Ebene, also der Wortschatz der Ausgangssprache, betroffen. Diesbezüglich liegen 5 Variationen vor. An erster Stelle steht die sogenannte Wortentlehnung; diese bezeichnet die Übernahme und Anpassung englischsprachiger Lexeme (unabhängige Einheiten des Wortschatzes im mentalen Lexikon, Wortschatzelemente oder auch lexikalische Einheiten genannt) in die Ausgangssprache (z.B. „mailen“).

Es folgen Lehnübersetzungen – exakte Übernahmen von englischsprachigen Lexemen in die Ausgangssprache (z.B. „E-Mail“) – sowie Lehnübertragungen, welche sinngemäße, aber nicht wörtlich übersetzte Lexeme umfassen. Des Weiteren existieren Lehnbedeutungen, wobei es sich um in die Ausgangssprache übernommene und übersetzte Lexeme, die nur einen Teil des ursprünglichen Bedeutungsspektrums des englischsprachigen Lexems beibehalten, handelt und Scheinanglizismen – Wortneuschöpfungen oder englischsprachige Lexeme, die inhaltlich umgedeutet werden (z.B „Handy“).

Grammatik, Orthografie, Aussprache

Auch auf der sprachlichen Ebene kommt es zur Verwendung von Anglizismen. Diese können die Formenbildung betreffen, sodass englischsprachige Deklinationen (z.B. Pluralbildung) in die Ausgangssprache übernommen werden oder sich in der Orthografie niederschlagen, indem die englischsprachige Schreibweise in der Ausgangssprache verwendet wird (z.B. durch Setzen eines Apostrophs bei der Beschreibung von Besitzverhältnissen). Besonders häufig kommt es allerdings zu einer Übernahme der englischen Aussprache in der Ausgangssprache.

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